Archiv für das Tag 'Persönlichkeitsstörung'

Beruflich traf ich auf den Ärztlichen Direktor und Psychiater C.-H. Lammers von der Asklepios Gruppe und sah mir aus privatem Interesse näher seine Behandlungsmethoden zu dem Thema „Narzissmus“ an.  Er beschäftigt sich seit Jahren mit narzisstisch gestörten Menschen und entwickelte eine neuartige „Integrative Therapie für narzisstisch gestörte Patienten“.

Ist die Liebe zu sich selbst mehr als ein Charakterzug, sprechen Fachleute von einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung„. Herr Lammers erwähnt in einem Artikel, das der Narzisst ein ausgeprägtes Selbstwertgefühl habe und Anerkennung suche.

Bei krankhaftem Narzissmus erwähnt er eine dunkle Seite, die auf eine Persönlichkeitsstörung hinweise, die sich laut Fachärzten so äussere: „Sie wird charakterisiert durch Großartigkeit, dem Bedürfnis nach Bewunderung auf der einen und Depression, Anpassungsstörungen, Beziehungsproblemen und Substanzmissbrauch auf der anderen Seite„. Diese Menschen scheinen zu „Selbstinzenierung und absoluter Missachtung anderer“ zu neigen und in „ihrer selbstglorifizierten Fantasie“ zu leben.

Als bekannte Beispiele werden Adolf Hitler, Josef Stalin und besonders Klaus Kinski erwähnt. Man schreibt solchen Narzissten Dominanz, Herablassendes Verhalten, Hypersexualität, Drogenkonsum, Bestätigungssucht durch die Umwelt, aber auch innere Leere zu.

Herr Lammers schreibt einen interessanten Satz dazu: „Andere Menschen finden in ihrem Kosmos nur als Spiegel der eigenen Genialität statt„.

Wodurch entwickelt sich Narzissmus? Die Fachwelt, Herr Lammers…  sehen die Gründe in der Kindheit…

Immer noch wahnsinnig beeindruckend ist der Film von Werner Herzog „Fitzcarraldo“, aus dem ich eine Drehszene auswählte, die demonstriert, wie der Narzisst Klaus Kinski mit der Welt umging:

Hörig sein bzw. erotische Abhängigkeit, ist ein Thema, was leider von Psychotherapeuten noch kaum erforscht ist, im Alltag jedoch im Verborgenen gelebt wird. Sexual-Therapeuten können nur auf sehr wenige empirische Analysen zu dem Thema zurückgreifen. Man weiss, dass diese Abhängigkeit Faktoren wie sexueller, psychischer und sozialer Art unterliegen und hat z.B. folgendes Verhalten beobachtet:

„Wenn ein Kind in der oralen Phase seine Bezugsperson verliert, kann erheblicher psychischer Schaden angerichtet werden. Bei Störungen in dieser Phase fehlt die Entwicklung des Urvertrauens. Im Gegenteil – es wird ein Urmisstrauen aufgebaut. Wenn ein Mensch mit diesem Defizit in der Entwicklung in eine Krisensituation verfällt, fehlt ihm das Urvertrauen, um damit seine Gefühle abzufangen.“

Es kann sich z. B. um eine Person handeln, die nach aussen stark, klug, faszinierend wirkt, auch beherrschen will, jedoch sehr anfällig dafür ist, unterwürfige sexuelle Rollen dauerhaft anzunehmen. In einem Moment dominant, im nächsten submissiv.

Es werden verschiedene Machtverhältnisse eingenommmen, die klar definiert sind zwischen zwei gleichberechtigten Partnern.

Noch existieren viele Vorurteile, die allerdings in einigen öffentlichen Diskussionsrunden und Foren durch Ärzte und Psychotherapeuten versucht werden zu relativieren.